Landsgemeinde 2003
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Traktandum 11: Beschluss über die Gewährung eines Kredites von 14,77 Mio. Fr. für den Neubau der Mensa und für die Sanierung des Hauptgebäudes der Kantonalen Gewerblichen Berufsschule Ziegelbrücke

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Paul Hösli Landrat Paul Hösli, Niederurnen, stellt den Änderungsantrag, den beantragten Kredit um eine 1 Million zu kürzen. Der Kanton müsse in schlechten Zeiten flexibel genug sein, von einer konfortablen Lösung abrücken zu können. Eine Rückweisung, die eigentlich angebracht wäre, komme aus Gründen der sonst wegfallenden Bundessubventionen nicht in Frage. Dass sich die Mensa auch mit einer Million weniger realisieren liesse, zeige eine Studie des Antragsstellers, die insbesondere Kürzungen im Bereich des Dachs vorsieht, das neu mit sechs Säulen abgestützt würde. Ausserdem beantragt Hösli, dass im Fassadenbereich vor allem einheimische Materialien verwendet werden. Er schliesst, so schmerzlos liesse sich sonst kaum eine Million einsparen.
Gilberto Guggiari Der Kommissionpräsident Landrat Gilberto Guggiari, Bilten, verteidigt die Vorlage. Die Kantonale Berufsschule habe eine grosse Bedeutung für den Kanton Glarus. Der Bedarf für eine Mensa sei ausgewiesen und unbestritten. Es gebe zudem eine grosse und rentable Nachfrage nach Tagungs- und Sitzungsräumlichkeiten, die der Kanton nicht befriedigen könne. Das Kürzungsgesuch des Antragsstellers Hösli lehnt er aufgrund der
grossen Unsicherheiten zurück. Er empfiehlt der Landsgemeinde, das zukunftsgerichtete Projekt unverändert anzunehmen.
Martin Leutenegger Landrat Martin Leutenegger, Glarus, unterstützt den Antrag von Paul Hösli. Er stellt nicht in Frage, dass die Modernisierung der Berufsschule notwendig sei. Er hinterfragt jedoch den Bedarf nach einer teuren «Designer-Mensa». Die Baudirektion habe die im Landrat geäusserten Bedenken diesbezüglich nicht gebührend berücksichtigt.
Emil Küng Landrat Emil Küng, Obstalden, unterstützt die unveränderte Vorlage. Auch er weist die Berechnungen des Antragstellers Hösli als unausgereift und risikobehaftet zurück. Wer keine Überraschungen möchte, solle die Vorlage unverändert annehmen. Bezüglich Materialienwahl plädiert er, die mutige Architektur zu unterstützen.
Pankraz Freitag Baudirektor Pankraz Freitag, Haslen, weist den Vorwurf zurück, bei der Projektierung nicht auf die Kosten geachtet zu haben. Vielmehr seien verglichen mit dem Wettbewerbssieger rund 5 Millionen eingespart worden. Die hohen Kosten begründet er unter anderem durch das hohe Energie-Spar-Niveau, das langfristig deutliche Kosteneinsparungen mit sich bringe. Er äussert zudem Bedenken, dass eine Änderung des Projektes die bereits zugesagten Bundessubventionen gefährden könnte.
Darum geht es:

Die Kantonale Gewerbliche Berufsschule Ziegelbrücke wurde im Jahre 1977 in Betrieb genommen. Nach 25 Jahren intensiver Nutzung ist einzig das Hauptgebäude ohne grundlegende Sanierung geblieben. 1989 wurde das Maurerzentrum saniert, 1992 der Schultrakt des Werkstattgebäudes aufgestockt und im Herbst/Winter 1999/2000 der Dienst-und Garderobentrakt der Turnhalle saniert und erweitert. Nun bedarf das Hauptgebäude einer gründlichen Sanierung und Renovation. Zudem sind das Raumkonzept und die Einrichtungen den geänderten Bedürfnissen anzupassen.

Bezüglich Anpassungsbedarf für die anderen kantonalen Schulen ist Folgendes festzuhalten:

  • Das Freiwillige Schulische Zusatzangebot verbleibt in Ziegelbrücke und in der Kaserne Glarus, wobei für letztere ein Ersatz zu suchen ist.
  • Bei der Kantonsschule erfolgen Sanierungen und Anpassungen gemäss jährlichem Bauprogramm.
  • Bezüglich der Kaufmännischen Berufsschule sind Abklärungen betreffend Kauf und Sanierung oder Neubau im Gange.

Das Bauprojekt in Ziegelbrücke sieht in der bestehenden Schulanlage die Neukonzeption der Schulungsküche, den Neubau einer Mensa mit 300 Plätzen, die Schaffung von zusätzlichem Schulraum und einer Info-/Mediathek vor. Fassade und Dach werden saniert, wodurch der Energieverbrauch markant gesenkt werden kann; Beleuchtung und Brandschutzsicherheit werden verbessert. Das zweimal redimensionierte Projekt rechnet mit Kosten von 14,77 Mio. Fr. (Umbau Hauptgebäude 4,555 Mio. Fr.; Fassadensanierung Hauptgebäude 1,205 Mio. Fr.; neue Mensa 7,7 Mio. Fr.; Umgebung 1,31 Mio. Fr.).

Der Landrat diskutierte vor allem Gestaltung und Kosten der Mensa eingehend und forderte, es sei bei der Detailprojektierung nach Kosteneinsparungsmöglichkeiten vor allem im Mensabereich zu suchen. Schliesslich fand der Kredit aber einhellige Zustimmung.

Der Landrat beantragt der Landsgemeinde, den Kredit zu gewähren.

Auszug aus Memorial (pdf-Datei 612 KB)

Vollversion Memorial (pdf-Datei 1,7 MB)


Beschluss

Dem Antrag wird im Sinne des Landrates zugestimmt.

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